Schon zum 5. Mal fand im Kolpinghaus Hallein die „Ethik-Gütesiegel-Vergabe“ durch Schülerinnen der Modeschule Hallein statt. Die Veranstaltung stand diesmal unter dem provokant klingenden Titel „Ist Hallein biofair?“
Nach der Begrüßung durch FV Sr. Christiane Hummel und Projektleiterin Prof. Brigitte Prem hielten Schülerinnen der IIA- und IIIB-Klassen sowie der 1. Fachschule zu folgenden Themen Impulsvorträge: Massentierhaltung, Biobauern, Tierversuche, Geld ethisch anlegen und Textilentsorgung. Einige Schülerinnen berichteten auch über die von ihnen besuchte Modekonferenz in London sowie über den Clean-Clothes-Kongress in Linz.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion ging Halleins Vizebürgermeister Gerhard Anzengruber besonders auf die Rolle der Konsumenten und die Schwierigkeit, sich in der Unübersichtlichkeit der verschiedenen Labels zurechtzufinden, ein. Konsumentenschützer Heimo Typplt berichtete über eine eben durchgeführte Untersuchung in Bezug auf die Verwendung von importierten Eiern aus Käfighaltung in der Gastronomie. Es wird für die Konsumenten immer schwieriger, sich durch missverständliche Bezeichnungen auf Lebensmittelverpackungen richtig zu entscheiden. Deshalb ist die Verbraucherschulung besonders wichtig. Frau Schönberger-Wagner appellierte an die Zuhörer, sich Zeit zu nehmen und das Kaufverhalten zu hinterfragen. Für sie ist der Slogan „Bio ist teuer!“ nicht wirklich zutreffend. Bio sei nämlich leistbar! Herr Köck vom gleichnamigen Bio-Möbelhaus ging noch weiter: “Die Menschen sehen zu viel und schauen zu wenig!“ meinte er. Dafür fehle heutzutage aber die Zeit. Fr. Bliem vom Bioladen Golling nahm die Konsumenten sehr wohl in die Verantwortung. Jeder sollte sich die Frage stellen, ob er den Kauf eines bestimmten Produktes vertreten und mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Öko-fairer Einkauf ist oft eine Frage der Prioritätensetzung.
Danach überreichte Herr Vizebürgermeister Anzengruber die Auszeichnungen an die Vertreter der prämierten Betriebe.
Abschließend waren die Gäste zu einem Bio-Buffet geladen. Für eine stimmungsvolle musikalische Untermalung sorgte der Kuchler Frauenchor.
Folgende Betriebe wurden mit dem Ethik-Gütesiegel ausgezeichnet: Fa. Alfare, Fa. Kirchtag, Fa. Rosenmayer, Fa. Hot&Spicy, Fa. Möbel-Köck, Fa. Erdal, Auguste Lindenthaler, Franziska Ausweger, und Max, Hauserbauer, Anna und Franz Brunauer, Anna und Josef Gumpold, Elisabeth Fa. Herzerl Stückelberger, Klappacher Anna, Neureiter Gertraud Ahauser, Johann und Rosina Penker, Martina und Siegfried Rettenbacher, Josef Siller, Elisabeth Wallmann, Fa.Biovita, Gottfried Rettenbacher, Franz Stöfelmayer, Fa. Tannenberger, Fa. Vital.