Junior Companies beim Kunsthandwerksmarkt in Hallein

Sonderausstellung zum Jubiläumsjahr 20.16 auf der Burg Hohenwerfen zeigt historischen Wandel am Beispiel der Mode

Auf der Burg Hohenwerfen hat man sich für das Jubiläumsjahr 2016 eine besondere Ausstellung einfallen lassen. Schülerinnen und Schüler der Modeschule Hallein haben für die Ausstellung Kleider[F]formen. Einst & heute. das Lebensgefühl der Zeit um 1816 mit jenem von 2016 in Verbindung gebracht.

Kleidung als Abbild des Zeitgeistes

Die Mode spiegelt immer das Lebensgefühl ihrer Zeit. Ende des 18. Jahrhundert änderte sich die soziale Ordnung in Europa grundsätzlich und damit auch die Mode. Die Ursachen waren vielfältig. Die Französische Revolution von 1789 führte einen grundlegenden Wandel in der Ästhetik der Mode ein. Die Revolutionäre eigneten sich die Kleidung an, um ihre Ideale des neuen Zeitalters darzustellen. Der Unterschied von Rang und Stand sollte in der Kleidung nicht mehr sichtbar werden. Die extravagante Hofkleidung des Rokoko wurde von einem einfacheren und bequemeren Stil abgelöst, der sich an der englischen Vorliebe für das Schlichte in der Mode ableitete.

In Großbritannien war die industrielle Revolution ein Motor der Modernisierung. Webereien und Spinnereien wurden zu modernen Fabriken und Kleider zu Mengenartikel. Mode wurde erstmalig in Konfektionen produziert und damit erschwinglicher. Eine weitere Ursache für die Veränderung war die romantische Geisteshaltung. Der Blick wurde schwärmerisch verklärt und eine Sehnsucht nach dem Geheimnisvollen beherrschte den gesamten Lebensstil. Ausgrabungen im antiken Herculaneum verstärkten die Idee von einem „Zurück zur Natur“ und lösten eine Antikenbewunderung aus, auch Burgruinen waren Sehnsuchtsorte der bürgerlichen Gesellschaft.

Die Mode der Frauen wurde leicht, die Farben hell, der Stoff transparent mit weichem Fall. Die Taille rutschte unter die Brust und wurde zum Empirestil. Das Chemisenkleid ähnelte mit seiner nach oben unter die Brust verschobenen Taillenlinie den drapierten Kleidern antiker griechischer und römischer Statuen. Die Frauen wollten ihren Körper in seiner natürlichen Form zeigen.

SchülerInnen aus Hallein gestalten die Ausstellung

Im Lehrfach Modegrafik erstellten die SchülerInnen der Modeschule Hallein den Entwurf je eines Kleides und gestalteten die Ausstellung, die seit 12. Mai auf der Burg Hohenwerfen zu sehen ist.

Bei der offiziellen Eröffnung zeigte sich Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl beeindruckt:“ Die Ausstellung ist ein weiterer Beweis für Kreativität und Fachkompetenz der Schülerinnen und Schüler aus der Modeschule Hallein. Ich bin mit der Modeschule Hallein unter anderem wegen dem Umbau ständig in Kontakt und schätze das außerordentliche Engagement des Lehrpersonals sowie der Schülerinnen und Schüler sehr.

Ich möchte mich bei allen Beteiligten der Modeschule Hallein, bei den verantwortlichen Partnern vom McAthurGlen Desinger Outlet Salzburg sowie bei den Salzburger Burgen und Schlössern für diese großartige Zusammenarbeit im Rahmen der Sonderausstellung bedanken“, so Stöckl.

Betreut wurden die SchülerInnen bei diesem umfangreichen und doch sehr speziellen Projekt von Dipl. Des. Ulrike Kölzer. Begonnen wurde mit Fragen wie “Was passierte in dieser Zeit und warum sah die Mode genauso aus?“ „Welche Parallelen und Anknüpfungspunkte sind für uns heute interessant?“ “Wie kann man das Projekt in der Burg Hohenwerfen anschaulich präsentieren?“.

Um diese Fragen zu beantworten, machten sich die Schülerinnen an die Recherche. Texte über die Zeit- und Modegeschichte werden gelesen, original Skizzen formsprachlich analysiert und als Inspirationsvorlage ausgewählt. Aktuelle Form-, Material- und Modetrends wurden recherchiert und zusammengetragen.

Zum Abschluss der Recherche besuchte die Klasse das Depot des Salzburg Museums. Dessen Leiterin Mag. Urd Vaelske zeigte faszinierende Original-Kleider und veranschaulichte damit auf beeindruckende Art und Weise die zarte Stofflichkeit dieser Epoche.

In der anschließenden Konzeptions-Phase wurde gemeinsam aus den zusammengetragenen Informationen, ein Moodboard erstellt. Es zeigte in Form einer Collage, eine aussagekräftige Stimmung, Formen, Ideen, Materialien und Farben. Alle Entwürfe wurden hieraus abgeleitet. Abschließend wurden die favorisierten Entwürfe jeder Schülerin weiter ausgearbeitet. In dieser Phase lag der Fokus auf den Details. So entstand in diesem Designprozess eine zeitgemäße Interpretation des historischen Kleides.

Der optimale Entwurf jeder Schülerin wurde im Rahmen des Unterrichts gemeinsam mit Dipl.-Päd. Maria Jungwirth und Veronika Lang genäht. Zuvor jedoch wurden die Modelle auf ihre Machbarkeit geprüft, ein Fertigungsplan erstellt, die Schnitte konstruiert und die Stoffe zugeschnitten. Mit viel Liebe zum Detail und fachlichem Know-how entstanden im Verlauf faszinierend moderne Kleider. Ein „Making-Of“ Video dokumentiert die Entstehung der Kleidung vom Entwurf bis zur fertigen Ausstellung.

Kleider[F]formen. Einst&heute. Ab 12. Mai bis Ende Oktober auf der Burg Hohenwerfen und danach im McArthurGlen Designer Outlet Salzburg

Ab 12. Mai ist die Ausstellung auf der Burg Hohenwerfen zu bewundern. Nach dem Ende der Saison wird sie bis Jahresende im McArthurGlen Designer Outlet Salzburg präsentiert.

Öffnungszeiten Burg Hohenwerfen (von 25.03.2016 - 06.11.2016)

März, April & Oktober: 9:30 bis 16:00 Uhr (April Montag Ruhetag)

Mai – September: 9:00 bis 17:00 Uhr

18.07. - 19.08.2016: 9:00 bis 18:00 Uhr

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