Das Museum der Moderne zeigt einen Blick hinter die Kulissen des Kollegs für Modedesign der Modeschule Hallein.

Nachdem vor drei Jahren die ersten Student_innen mit dem neuen Ausbildungsangebot, dem Kolleg für Modedesign mit dem Schwerpunkt auf nachhaltige Designstrategien begonnen haben, gibt es in diesem Jahr die ersten Absolventen und somit auch die ersten Abschlusskollektionen. In Zusammenarbeit mit dem Team der Kunstvermittlung des Museum der Moderne Salzburg gewährt die Ausstellung „Gestaltungsraum“ (20. Juni – 11. Oktober 20020) den Besucher_innen einen Einblick in die kreativen Prozesse der Gestaltung und die Entwicklung von Konzepten die hinter den Kollektionen der Student_innen stecken, noch bevor die Kollektionen im Oktober erstmals am Laufsteg präsentiert werden.

Im Kolleg Modedesign mit dem Schwerpunkt im Bereich der „Sustainable Design Strategies“ soll den Studierenden – neben den klassischen Inhalten der Modedesign-Ausbildung – Know-how in Sachen Nachhaltigkeit vermittelt werden. Dieses Wissen wird künftig in der Branche große Relevanz erlangen, denn wir alle wissen, dass unsere Lebenssituation neue Konzepte erforderlich macht. Die Vision des Kollegs ist es, den Absolvent_innen für den Berufseinstieg Impulse und Fähigkeiten mitzugeben, durch die sie sich von anderen Bewerber_innen unterscheiden, und ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln, das einen Beitrag für ökologischere Lebens- und Wirtschaftskonzepte leistet. Höhepunkt der Ausbildung sind die individuellen Abschlusskollektionen, für welche die Studierenden eigenständige Nachhaltigkeitskonzepte entwickeln und individuelle Konzepte für Design und Gestaltung erarbeiten.

Ann Britt Rackl über die Entstehung ihrer Kollektion: „Als ich mich im Frühjahr 2019 damit beschäftigte welche Form von Nachhaltigkeit in meine Abschlusskollektion integriert werden sollte, stellte ich mir eine Frage: Was macht die Modeindustrie so „unnachhaltig“? Die klare Antwort ist die Konsumorientierung und die Schnelllebigkeit der Branche. Stoffe werden in Massen produziert und Kleidung wird in Massen weggeworfen. Und auch nachhaltige Stoffe sind für mich ein Produkt, das neu produziert werden muss. Ich denke, dass es sehr wichtig ist zu lernen, mit den vorhandenen Ressourcen zu arbeiten. Also entschied ich mich bewusst für eine Abschlusskollektion aus alten Kleidungsstücken. Nicht ein einziges Teil sollte für die Kollektion neu gekauft werden!“

Lucia Buttenhauser verwendet für Ihre Kollektion ‚Monochrome‘ nur naturbelassene, ungefärbte Materialien und sagt dazu: „Chemikalien, die zur Färbung und Ausstattung von textilen Stoffen eingesetzt werden, gelangen über das Abwasser in unsere Natur. Dies ist einer von vielen Gründen für das Insektensterben, Es ist Zeit für ein Umdenken in der Textilindustrie.“
Für ihre Abschlusskollektion ‚El Pescador‘ entwickelte Michaela Obauer Funktionskleidung aus Naturmaterialien wie Leinen, Schurwolle und gewachster Baumwolle. Auch die gestalterischen Elemente wurden von den Farben und Texturen aus der Fischerei inspiriert.

Gerald Brandstätter beschäftigt sich in seiner Kollektion ‚Generation Ypsilon‘ mit dem Thema Digitale Kommunikation und der damit einhergehenden Reizüberflutung. Zur Geschichte hinter seiner Kollektion sagt er: „Social Media und Smartphones sind die ständigen Begleiter einer gesamten Generation. Ununterbrochen vernetzt, werden Erlebnisse und Geschichten, ohne zu zögern mit fremden Menschen im Internet geteilt. Was zählt sind die besten Storys, die meisten Likes.“ Dieser Zeitgeist wird in der Kollektion widergespiegelt. Aber auch traditionelles Handwerk spielt in seiner Kollektion eine wichtige Rolle: „Blaudruck und Arbeitskleidung waren früher untrennbar miteinander verbunden. Die Schnitte und Formen der Kollektion orientieren sich an traditioneller Arbeitskleidung. Durch eine ungewöhnliche Materialauswahl entsteht so eine Street-Style taugliche Mode.“

pdf button Pressebericht Bezirksblätter Tennengau "Jung-Designer erobern Museum der Moderne"