Kolleg | Final Collections 2026

Nachhaltige Designstrategien aus dem Kolleg für Modedesign

Im Rahmen ihrer individuellen Abschlusskollektionen entwickeln die Kollegstudierenden Konzepte, die nachhaltige Möglichkeiten für die Modebranche aufzeigen. Lukas Erharter-Mayer ging dabei einen radikalen Weg. Er fertigte für seine „Sainte Révolte“ Kleidungsstücke aus Plastikplanen und upgecycelten Sweatern als Aufschrei gegen Oberflächlichkeit, Gleichförmigkeit und Fast Fashion. Seine Anti-Fashion wirkt wie militärisch inspirierte Kleidung und versteht sich als Protest gegen Konventionen und Überkonsum.

Weich und anmutig hingegen gestaltete Lea Strolz die Silhouetten ihrer Kollektion „From Gala to Everyday“. Sie präsentierte bei der Fashion Show Abendmode, die durch wandelbare Schnitte, verschiedene Wickelmöglichkeiten und alltagstaugliche Materialien auch ohne besonderen Anlass getragen werden kann. Inspiration gab die amerikanische Designerin Claire McCardell mit ihrem „Popover dress“, das auch für viele verschiedene Anlässe geeignet ist.

Esther Lugger fertigte Kleidungsstücke aus Leinen und traditionellem Blaudruck und arbeitete mit Techniken wie Wabensmok, Schnurstepperei und Wattestepperei Details ein, die Struktur und Tiefe erzeugen. Im Fokus stehen Regionalität und der bewusste Umgang mit Textilien. Ihre Kollektion „Leinensaga“ wirkt besonders authentisch, wenn man sich bewusstmacht, dass die Kollegabsolventin von einem Bauernhof im Lesachtal kommt, wo noch Flachs angebaut wird.

Auch Rosalie Kirchner begibt sich in ihrerKollektion auf die Suche nach ihren Wurzeln. Die gebürtige Chiemgauerin setzte in „Zwischen Eile und Ewigkeit“ auf Beständigkeit, regionale Materialien und bewusstes Schaffen. Sie begab sich auf die Suche nach Methoden alter Handwerkskunst und fand sie im Fransenknüpfen und verschiedenen Miedertechniken. Steppmieder und steife Mieder zwischen klassischen Formen und moderner Haltung zeichnen ihre Kollektion aus.

Lena Wieser setzt auf wandelbare Mode als Ansatz gegen Überkonsum. Veränderbare Längen und Anpassungsmöglichkeiten in der Weite der Ärmel und Kleider fungieren als nachhaltiges Gestaltungsprinzip und garantieren vielseitige Trageoptionen.

„Needlecraft – Slow Made,Made to Last” wendet sich gegen die materielle und emotionale Entwertung von Kleidung. Emilia Stampfl setzt auf die Kraft der Entschleunigung und verwendet Techniken wie Stricken und Sticken. Für sie ist das Bewusstsein für die Entstehung eines Kleidungsstückes wichtig, sie assoziiert damit die Verbindung zwischen Material, Prozess und Mensch.

„Glitch“ ist ein Beitragdes 1. Kollegs – eine Mantelkollektion, die Nachhaltigkeit mit kreativem Design verbindet. Die Mäntel spiegeln digitale Störungen in leuchtenden Farben und sich immer wiederholenden, versetzten Formen auf schwarzem Grund. Upgecycelte Stoffe sorgen für die farbige, strukturierte Details, der Grundstoff ist aus SEAQUAL*YARN und recyceltem Polyester, gewonnen aus Meeresplastik und bestehenden Materialien.


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STELLNER

Fertigungsverfahren und Verarbeitungstechniken, Schnittkonstruktion und Modellgestaltung, Bibliothek